Archiv der Kategorie: Allgemein

Journalismus in der Krise, einmal anders

In dieser Woche habe ich einen Blick auf die ideologischen Verwerfungen zwischen Presse und Regierung in Argentinien werfen dürfen. Anlass war eine Tagung in Buenos Aires, die aus Anlass des 5-jährigen Bestehens des Mediengesetzes für audiovisuelle Kommunikation stattfand. Praktischerweise organisiert von der Regulierungsbehörde, die für dieses Gesetz zuständig ist – und damit quasi von der Regierung selbst. Ok, wer Geburtstag feiert, lädt sich halt Freunde ein. Es kamen Kommunikationswissenschaftler, Journalisten und andere Medienschaffende nicht nur aus Argentinien. Eine recht illustre Runde, die das Gesetz ziemlich klasse fand. Und die Regierung von Cristina Kirchner ohnehin.

Nun ist es so, dass das Gesetz durchaus viele gute Punkte hat: Die Rechte der Zuschauer und Zuhörer werden gestärkt, der Zugang zu Lizenzen für Radio und Fernsehen für nichtkommerzielle Anbieter wird deutlich verbessert. Außerdem gibt es Regeln für die Medienkonzentration. Und hier wird es heikel. Vor allem die Mediengruppe Clarín, Herausgeber der gleichnamigen Tageszeitung, steht seither unter Druck, Beteiligungen an Fernsehsendern aufzugeben. Der Konflikt mit der Regierung ist ein Dauerthema in Argentinien. Beide Seiten werfen sich regelmäßig vor zu lügen. Clarín missachte die Gesetze, sagt die Regierung. Die Regierung missachte die Pressefreiheit, sagt Clarín (ich verkürze hier mal, Langfassung in der spanischsprachigen Wikipedia). In diesen Tagen geht es jedenfalls ziemlich heftig hin und her.

Nun kam ich mir auf der genannten Tagung mit dem Titel „Medios y democracia“ teilweise wie im Schützengraben vor, nämlich dem der Regierungsseite. In jedem zweiten Beitrag wurde auf Clarín geschimpft; der Diskurs insgesamt lässt sich grob so zusammenfassen: Private kommerzielle Medien sind schlecht für die Demokratie, ja, eigentlich ist an allem der Kapitalismus schuld, in dem das Publikum nur als Ware für die werbetreibende Industrie betrachtet werde.

Wie lässt sich denn Journalismus in dieser Perspektive verankern? Nun: Eher nicht. Interessant ist, dass der Begriff nur in einem von 15 Panels überhaupt im Titel auftauchte. Leitbegriffe sind eher Information, das Recht auf Kommunikation, Zugang zu Information, Qualität der Information, Informationsproduzenten. Tenor ist, dass es reiche, allen Gruppen aus allen sozialen Sektoren der Gesellschaft ausreichend Möglichkeiten zu geben, Informationen zu verbreiten und zu empfangen. Was genau denn eine Information ist, oder gar eine gute und wichtige, das bleibt weithin offen. Ich würde ja sagen: Der gute, alte Journalismus als eine professionelle, durch berufsethische Standards getragene Arbeitsweise, Themen zu finden, zu recherchieren und zu präsentieren, wäre ein ganz passender Ansatz. Aber dieser Journalismus, so erfahre ich auf dem einzigen Panel mit Journalismusbezug, ist kaputt, weil er in den Händen der „hegemonialen Medien“ liege. Die Werbung habe den Journalismus korrumpiert. Ein Kollege aus Spanien sagte, dass Journalismus eigentlich nur noch Leute wie Julian Assange und Edward Snowden machen würden. Alles andere lasse sich nur als „servicio de información“ betrachten, also irgendwie eine Informationsdienstleistung. Der Kollege brachte übrigens auch die ziemlich vertikale These mit, dass die Journalisten der New York Times sich nicht trauen würden, kritisch über Firmen aus dem breiten Portfolio des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim zu berichten, seit dieser eine siebenprozentige Beteiligung an dem Verlag halte.

Konzepte wie Pressefreiheit im westlichen Verständnis passen in diese Sicht nicht rein – zumindest dann nicht, wenn es um Journalismus von Unternehmen mit Gewinnstreben geht. Aber wie soll Journalismus dann finanziert und organisiert werden, so dass er auch tatsächlich seine Funktion erfüllen kann? Bei der Frage treffen sich dann wieder die Welten – mit dem Unterschied, dass es bei uns eher darum geht, dass die privatwirtschaftlichen Medien vermeintlich oder tatsächlich wirtschaftlich am Stock gehen, während ihnen hier in Argentinien noch rosigste Geschäfte und Expansionsdrang nachgesagt werden. Vielleicht lässt sich die Suche nach neuen Finanzierungs- und Organisationsmodellen für Journalismus ja zusammen betreiben.

Ins Gesamtbild passte, dass die Tagung an einem Nachmittag zur Propagandabühne wurde. In einer Live-Videoschalte sprach Cristina Kirchner – von Patagonien aus – mit Wladimir Putin in Moskau. Anlass war, dass der spanischsprachige Ableger des russischen Staatsfernsehens RT nun frei in Argentinien zu empfangen ist. Als einziger ausländischer Sender, übrigens. Und das argentinische Staatsfernsehen in Russland. Fanden auf der Tagung alle gut, so als Beitrag zur Meinungsvielfalt. Oder, wie Kirchner sagte, Information ohne Mittelsleute – was dann wohl die Journalisten wären. Die herbeibestellten Jubel-Kirchneristas sorgten für schöne, bunte Fernsehbilder. Aber Clarín hatte was zu meckern. In einem Meinungsstück heißt es, Cristina Kirchner würde wohl am liebsten eine Welt ohne Journalisten haben. Klar ist, dass der von ihr betriebene Diskurs Journalismus systematisch diskreditiert.

Zurück zur Tagung. Eine weitere Merkwürdigkeit war, dass das Thema Internet kaum eine Rolle spielte, obwohl im Untertitel was mit technologischer Konvergenz stand. Nun kann ja theoretisch (die Zugangsfrage klammere ich hier mal aus) das Internet das Problem, das das Mediengesetz lösen soll, überflüssig machen – also keine Beschränkungen der Kommunikation mehr durch knappe Frequenzen, jeder kann sich äußern, Dialog zwischen Medienmachern und Bürgern und so weiter. Aber die wenigen Beiträge mit Internetbezug endeten entsprechend des Leitdiskurses in einem Lamento über die Marktmacht von Facebook und Google, anstatt über das deliberative Potenzial des Mediums zu sprechen.

In gut einem Jahr wird in Argentinien gewählt. Vermutlich ist das auch ein Grund, warum der Konflikt um die Medien und den Journalismus heftiger wird.

Eigene Wege, eigene Kommunikation: Universidad Autónoma Indígena Intercultural

In der vergangenen Woche war ich zu Gast an der Universidad Autónoma Indígena Intercultural (UAIIN) in Popayán, Kolumbien. Die Hochschule wird betrieben vom Consejo Regional Indígena del Cauca (CRIC), der die Mehrheit der indigenen Ethnien in Cauca vertritt. Die Hochschule hat gerade einen neuen Studiengang Comunicación propia intercultural gestartet, der die eigenen Nachwuchs-Kommunikatoren ausbilden soll. Zusammen mit der Kollegin Edilma Prada von Consejo de Redacción konnten wir mit Dozenten und Studenten in der Woche eine Reihe von interessanten Themen diskutieren – und hoffentlich zum Gelingen des Studiengangs einen kleinen Baustein beitragen.

Zunächst stand für zwei Tage eine Minga de pensamiento an. Eine Minga ist eine Art Gemeinschaftsarbeit, zu der die Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaft aufgerufen werden. Es kann dabei um Feldarbeit, den gemeinsamen Bau eines Fußballplatzes oder auch die Diskussion aktueller politscher Themen gehen. In einer offenen Runde mit Dozenten, Studenten und anderen Interessierten diskutieren wir vor allem, was die Kommunikationstechnologie für die indigene Kommunikation bedeutet – und wie sich einsetzen lässt, ohne die eigenen Prinzipien zu verletzen. Schnell wurde dabei deutlich, dass der Kommunikationsbegriff hier sehr weit und immer mit Blick auf Kultur und Tradition verwendet wird. Zugleich wird durchaus gesehen, dass etwa das Internet auch viele Stärken hat, die sich für die eigene Kommunikation einsetzen lassen – es ist also keine von außen aufgedrängte Notwendigkeit, sich mit digitaler Kommunikation zu befassen. Im CRIC sind digitale Medien selbstverständliche Mittel der Öffentlichkeitsarbeit. Etwas anders sieht es aus, je weiter man in die einzelnen comunidades kommt. Nicht überall gibt es Netz, viele haben keinen Zugang und entsprechend kaum Kompetenzen im Umgang mit dem Internet. Das ist auch eine der Herausforderungen des Studiengangs – und vielleicht auch als Stärke nutzbar: Heterogenität. Zugleich gibt es mit den radios indígenas auch schon bewährte Modelle, wie Medien für die Gemeinschaften eingesetzt werden können. Viele der Teilnehmer, auch viel der Studenten arbeiten in diesen Sendern, die oft nur über wenige Kilometer ausstrahlen, aber für die lokale Kommunikation eine sehr wichtige Rolle spielen.

Mit den Studenten standen dann zwei Tage Unterricht auf dem Plan. Unser Ausgangspunkt war Journalismus (im westlichen Verständnis), um dann jeweils die Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit der indigenen Kommunikation herauszufinden. Die Studenten haben einige interessante Modelle entwickelt, die zeigen, dass der Kontext von Kommunikation hier anders gedacht wird. Zum Beispiel steht immer die Gemeinschaft mit ihren Strukturen im Vordergrund – was die indigenen Autoritäten sagen, das zählt. Der übergeordnete Rahmen hört nicht bei Gesetzen oder Ethik auf, die Kosmovision und die Natur sind ebenfalls zentrale Referenzpunkte. Dabei geht es immer darum, die eigene Kultur, Sprache und Tradition zu erhalten und zu verteidigen. Mit Journalismus in unserem Verständnis hat Medienproduktion in diesem Kontext zunächst wenig zu tun, auch Konzepte von Öffentlichkeitsarbeit greifen nur zum Teil.

Insgesamt eine Woche mit großartigen Lehr- und Lernerfahrungen. Dank an Matthias Kopp von der DW-Akademie für die Koordination des Projekts. Muchas gracias a Nixon Yatacue, coordinador de la carrera en la UAIIN, y a mi colega incansable Edilma Prada.

Kolumbien: Konzepte für die Journalistenausbildung

In den vergangenen Tagen war ich zu Gast bei Consejo de Redacción in Bogotá, einer Journalistenorganisation, die sich vor allem dem investigativen Journalismus verschrieben hat. Eine der Stärken des Verbands ist, dass er Journalisten aus ganz Kolumbien, also auch den eher ländlichen Regionen vernetzt. Mit der Plataforma de Periodismo betreibt CdR auch ein Informations- und Weiterbildungsangebot für Journalisten, Schwerpunkt ist der Journalismus in Konfliktsituationen. Außerdem vermittelt CdR eine ganze Reihe von wichtigen Themen in Seminaren, unter anderem Datenjournalismus oder digitalen Journalismus.

Ziel der Organisation ist es jetzt, die Seminar- und Beratungsangebote zu konsolidieren und damit auch Einkünfte zu generieren. Wir haben dafür in dieser Woche verschiedene Modelle diskutiert und nächste Schritte definiert. Wie immer und überall ist die Ausgangslage dabei schwierig: Einerseits gibt es viel Bedarf an Ausbildung, Weiterbildung und Beratung – andererseits ist es nicht einfach, das auch finanziert zu bekommen. Die Ideen, die vielfältigen Erfahrungen und das große Engagement der CdR-Leute sind dabei ein großes Plus, um tatsächlich auch größere Projekte erfolgreich zu stemmen.

CdR hat seine Büros übrigens in der Universidad Javeriana, an der ich vor 18 Jahren selbst als Student war. Insofern war es für mich auch eine Rückkehr.

Muchas gracias a Ginna Morelo, Edilma Prada y Johana Moreno de CdR por las discusiones que tuvimos, ein herzlicher Dank geht auch an meinen Kollegen Matthias Kopp von der DW-Akademie.

Ecuador: Tod einer Zeitung

Ein Schlaglicht auf die Situation privatwirtschaftlicher Medien in Ecuador wirft die Schließung der Tageszeitung und Website Hoy, herausgegeben vom Medienhaus Edimpres. In der vergangenen Woche wurde sowohl die verbliebene Wochenend-Printausgabe als auch die Website eingestellt – die letzte Aktualisierung auf der Seite war vor rund 6 Tagen.

Ich war vor drei Wochen zu Besuch in der Redaktion. Schon da war die Lage schwierig. Die tägliche Druckausgabe war seit Ende Juni durch eine wöchentliche Ausgabe ersetzt worden, die allerdings auch nur eine Druckauflage von rund 10.000 Exemplaren hatte. Die wirtschaftliche Lage der Zeitung war schon länger angespannt. Die Redaktion hegte jedoch die vage Hoffnung, mit der Website unter der neuen Marke Hoy digital überleben zu können. Ein neues Layout, angelehnt an die Huffington Post, sollte die Attraktivität des Dienstes steigern.

Hoy galt lange als eine der innovativsten, kritischsten und diskussionsfreudigsten Zeitungen des Landes. Schon bei der Gründung 1982 erschien sie als erste Zeitung Ecuadors komplett in Farbe. Das Layout war ein modern und modular, Infografiken prägten das Blatt. 1993 war sie die erste Zeitung Lateinamerikas im Internet. Journalisten sehen aber vor allem auch eine neue Qualität der politischen Debatte als großes Verdienst der Zeitung: Sie hat früh auf Themen wie die Entwicklung der Demokratie, Kritik an der Regierung, Rechte der Indigenen oder Ökologie gesetzt. Der Regierung Rafael Correa war das Blatt ein Dorn im Auge.

Die Schließung hat nun die staatliche Unternehmensaufsicht verfügt, die bei Unternehmen in allen Branchen eingreift, wenn über einen längeren Zeitraum die Bilanzen nicht stimmen und das Kapital nicht ausreicht. 154 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Über die Art und Weise der Abwicklung gibt es Streit – der Verlag und die Mitarbeiter fühlen sich überrumpelt und kritisieren das Vorgehen der Aufsichtsbehörde.

Die Zeitung gibt der Regierung die Schuld für den wirtschaftlichen Niedergang. Ein Grund sei das Kommunikationsgesetz, das die Freiheit der Presse eingeschränkt habe (die Folgen diese Gesetzes analysiert Reporter ohne Grenzen hier). Dieses an Merkwürdigkeiten reiche Gesetz war Anfang Juli die Grundlage für eine saftige Geldbuße. Das ohnehin klamme Unternehmen musste 57.800 US-Dollar zahlen, weil es die Druckauflage des jeweiligen Tages nicht auf der Titelseite abdruckte. Der Verlag beklagt außerdem, dass das Unternehmen keine Anzeigen von regierungsnahen Organisationen oder Institutionen bekam und die Druckerei Aufträge etwa für Schulbücher verlor. Präsident Correa wies den Zusammenhang zurück.

Kritiker fragen nun, wie es denn die „öffentliche“ (sprich: staatliche) Zeitung El Telégrafo mit der Transparenz hält. Insgesamt zeigt der Fall erneut, wie sehr unliebsame private Medien unter der Regierung Correa unter Druck geraten. Aber auch einzelne Journalisten werden vom Präsidenten in seiner wöchentlichen Fernsehansprache an den Pranger gestellt. Ein Kollege berichtete mir, dass ihm das bereits drei mal passiert sei –  mit Bild. Er sei daraufhin sogar auf der Straße angepöbelt worden.

Frisch aus der Werkstatt: Plan für neuen Journalismus-Studiengang in Quito

Station 1 meiner Südamerika-Tournee: Quito, Ecuador. In einem dreitägigen Workshop mit Dozenten der Universidad Católica (PUCE) ist das Gerüst für einen neuen Journalismus-Studiengang enstanden. Die carrera geht hervor aus einem ziemlich allgemein gehaltenen Kommunikationsstudiengang, in dem es bisher auch schon einen Journalismus-Schwerpunkt gab (PR und Literatur sind die beiden anderen). Die Probleme: Das erste wirklich auf die Praxis des Journalismus bezogene Seminar findet in diesem Curriculum erst im 5. Semester statt. Stattdessen gibt es viele Kontextfächer, deren Bezug zum Journalismus nicht immer erkennbar ist.

Die Regierung in Ecuador forciert zurzeit die Reform aller Studiengänge; unter anderem soll mehr Praxisnähe eingebaut werden, es gibt Vorgaben über die Anzahl der Fächer und Credits. Bis in einem Jahr soll das alles umgesetzt werden, quasi ein nationales Bologna auf Speed. Was immer man davon halten mag: Es kommt in jedem Fall Bewegung in die Hochschullandschaft.

Die hauptamtlichen Dozenten des Journalismus-Schwerpunkts haben nun einen Entwurf für eine neue Studienstruktur erstellt (und ich ganz viel bunte Moderationskarten beschriftet). Die wichtigsten Neuerungen: Praxisanteile gibt es durchgehend vom 1. bis zum 9. Semester. Vier Veranstaltungen zu „Redacción periodística“ (in Darmstädter Terminologie: Textwerkstätten). Außerdem Praxisprojekte – ab dem 2. Semester. Für jedes Semester ist ein thematischer Schwerpunkt vorgesehen: Lokales, Kultur, Politik, Wirtschaft, Umwelt, Sport, Wissenschaft. Zweiter wichtiger Punkt: Digitale Medien bekommen ein deutlich stärkeres Gewicht. Gleichzeitig bleiben Kontextfächer wie Geschichte oder Literatur erhalten, werden aber stärker auf die Bedürfnisse zukünftiger Journalisten zugeschnitten. Eine Linie befasst sich relativ ausführlich mit empirischer Kommunikationsforschung. Außerdem ist ein halbes Semester als Praxissemester vorgesehen. Ob sich das so realisieren lässt, ist noch zu prüfen.

Insgesamt sind die Vorschläge ein guter Schritt, die Journalistenausbildung an der PUCE auf Fachhochschul-Niveau zu heben. Die nächsten Schritte sind noch etwas unklar: Wie genau die Akkreditierung ablaufen wird, liegt weitgehend im Dunkeln. Außerdem muss der Vorschlag noch durch die Hochschulgremien. Und es steht noch die (staatliche) Anforderung im Raum, dass alle carreras mit gleichem Abschlussziel ein zu mindestens 80 Prozent übereinstimmendes Curriculum haben müssen.

Gracias a todas y todos colegas de la PUCE por su colaboración en este proceso y sobre todo a Oliver Pieper de la Deutsche Welle Akademie, que maneja la asesoría.

Noticias de Nicaragua

In der vergangenen Woche war ich wieder an der Universidad de Managua (UdeM) in Nicaragua, um mit Dozenten des Journalismus-Studiengangs zu diskutieren, wie Lehre und Lehrplan umgestaltet werden können. Mit dabei war der geschätzte Kollege Ramón García-Ziemsen von der DW-Akademie. Ein paar wesentliche Veränderungen haben die Verantwortlichen der UdeM in den letzten zwei Jahren schon umgesetzt. Im neuen Curriculum beginnen praxisorientierte Seminare früher, journalistisches Schreiben hat größeres Gewicht bekommen, Kontextfächer zu Politik oder Wirtschaft sind an aktuellen Fragestellungen orientiert. Neu im Programm sind Projektseminare – wie die zu gestalten sind, darüber haben wir intensiv mit den Dozenten beraten. Außerdem gab es noch viele Fragen zu allen Seminaren, die die Studierenden auf die digitale Medienwelt vorbereiten sollen.

Die Rahmenbedingungen sind nicht einfach: Die Standard-Seminargröße in den ersten Jahren des Studiums liegt bei 60 Teilnehmern. Das ist zum Teil auch den ökonomischen Rahmenbedingungen geschuldet: Die Universität ist relativ günstig und erlaubt damit vielen ein Studium, die es sich sonst nicht leisten könnten. Andererseits hat die UdeM viel in die Infrastruktur investiert: So gibt es inzwischen professionelle Radio- und Fernsehstudios, die auch in der Lehre eingesetzt werden sollen.

Journalismus ist mittlerweile einer der größten Studiengänge an der UdeM, rund 1200 Studierende sind dafür eingeschrieben. Die Universität hat insgesamt etwa 13.000 Studierende an beiden Standorten in Managua und León, ist damit also etwa so groß wie die Hochschule Darmstadt, kommt aber mit rund zehn fest angestellten Professoren aus, deren Aufgabe vor allem in der Koordination von Dutzenden von Lehrbeauftragten liegt.

Besonderer Dank geht an Arlen Pastrana und Jorge Morales von der UdeM für den freundlichen Empfang und die konstruktiven Gespräche.