Journalistentagung in Buenos Aires: Ausblick auf die Medienpolitik

Gestern und heute war ich beim Jahreskongress des Foro de Periodismo Argentino, einer Journalistentagung in der Universidad de Palermo in Buenos Aires. Das Ganze hat mich ein wenig an die Jahreskonferenzen von Netzwerk Recherche erinnert. Auch hier ging es vor allem um den Erfahrungsaustausch in Workshops und Vorträgen. Unter den Vortragenden waren auch viele internationale Gäste, zum Beispiel Katitza Rodríguez von der Electronic Frontier Foundation oder Matthew Eltringham, der für die Website des BBC College of Journalism zuständig ist.

Ein Schwerpunktthema war investigativer Journalismus, es ging um die Recherche und Berichterstattung zu Drogenkartellen, organisierter Kriminalität und Korruption. Immer wieder ging es auch um die Schikanen, denen sich Medien und Journalisten unter der gegenwärtigen Regierung von Cristina Kirchner ausgesetzt sehen. Ein etwas anderes Bild also, als ich es auf der regierungsnahen Tagung vor ein paar Wochen erlebt habe. In Workshops ging es um Praktisches: Katitza Rodríguez stellte das Projekt Surveillance Self Defense vor, ein zielgruppenorientiertes Infopaket zur digitalen Sicherheit. Matías Fuentes von Google durfte ein paar Produkte seiner Firma vorstellen, die für Journalisten nützlich sein können.

Die Veranstalter von FOPEA hatten die Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen eingeladen, um sich von ihnen die Pläne für die Medienpolitik erläutern zu lassen. Es sind auch fast alle gekommen, nur die härtesten Kirchneristas würden sich so einer Diskussion nicht stellen. Für die Journalisten ist dabei vor allem interessant, wie die Kandidaten zu den staatlichen Interventionen in privatwirtschaftlichen Medien stehen. Ein großes Thema ist, wie Werbegelder von staatlichen Institutionen auf die Medien verteilt werden, ohne damit Politik zu machen und unliebsame Medien abzustrafen. Die Kandidaten, die ich gehört habe, sagen, dass sie es auf jeden Fall besser machen wollen als die gegenwärtige Regierung.

Morgen geht die Tagung weiter. Ich muss aber Koffer packen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.