Archiv für den Monat: September 2013

Noticias de Nicaragua

In der vergangenen Woche war ich wieder an der Universidad de Managua (UdeM) in Nicaragua, um mit Dozenten des Journalismus-Studiengangs zu diskutieren, wie Lehre und Lehrplan umgestaltet werden können. Mit dabei war der geschätzte Kollege Ramón García-Ziemsen von der DW-Akademie. Ein paar wesentliche Veränderungen haben die Verantwortlichen der UdeM in den letzten zwei Jahren schon umgesetzt. Im neuen Curriculum beginnen praxisorientierte Seminare früher, journalistisches Schreiben hat größeres Gewicht bekommen, Kontextfächer zu Politik oder Wirtschaft sind an aktuellen Fragestellungen orientiert. Neu im Programm sind Projektseminare – wie die zu gestalten sind, darüber haben wir intensiv mit den Dozenten beraten. Außerdem gab es noch viele Fragen zu allen Seminaren, die die Studierenden auf die digitale Medienwelt vorbereiten sollen.

Die Rahmenbedingungen sind nicht einfach: Die Standard-Seminargröße in den ersten Jahren des Studiums liegt bei 60 Teilnehmern. Das ist zum Teil auch den ökonomischen Rahmenbedingungen geschuldet: Die Universität ist relativ günstig und erlaubt damit vielen ein Studium, die es sich sonst nicht leisten könnten. Andererseits hat die UdeM viel in die Infrastruktur investiert: So gibt es inzwischen professionelle Radio- und Fernsehstudios, die auch in der Lehre eingesetzt werden sollen.

Journalismus ist mittlerweile einer der größten Studiengänge an der UdeM, rund 1200 Studierende sind dafür eingeschrieben. Die Universität hat insgesamt etwa 13.000 Studierende an beiden Standorten in Managua und León, ist damit also etwa so groß wie die Hochschule Darmstadt, kommt aber mit rund zehn fest angestellten Professoren aus, deren Aufgabe vor allem in der Koordination von Dutzenden von Lehrbeauftragten liegt.

Besonderer Dank geht an Arlen Pastrana und Jorge Morales von der UdeM für den freundlichen Empfang und die konstruktiven Gespräche.