Archiv für den Monat: Oktober 2012

Neues Buch: Interaktionale Rezeptionsforschung

Es war ein langer Weg, aber jetzt ist er da: Der Sammelband „Interaktionale Rezeptionsforschung“, den ich gemeinsam mit dem Trierer Kollegen Hans-Jürgen Bucher herausgegeben habe. Es geht um die Verwendung von Blickaufzeichnung in unterschiedlichen Kontexten der Medienforschung. Dazu werden in theoretischen Einordnungen unter anderem Kernbegriffe wie Interaktion, Multimodalität, Aufmerksamkeit und Informationsselektion geklärt, es gibt praktische Hinweise zum Einsatz von Eyetracking in einem Mehr-Methodendesign. Und es werden eine Reihe von empirischen Studien zu sehr unterschiedlichen Fragen vorgestellt, die in den letzten Jahren in der Trierer Medienwissenschaft entstanden sind:

  • Dagmar Gehl untersuchte, wie sich mit Hilfe von Concept Mapping und Blickaufzeichnung medial initiierte Wissenszuwächse feststellen lassen.
  • Nils Lengelsen analysierte unterschiedliche Gestaltungsstrategien in Zeitschriften und deren Rezeption.
  • Susanne Klebba befasste sich mit der Akzeptanz und Rezeption von journalistischen Infografiken in vergleichender Perspektive – mit Erhebungen in Deutschland, Polen und Spanien.
  • Nina Hertel nahm sich animierte Infografiken im Fernsehen vor und untersuchte, wie diese Art der Darstellung in einem linearen Medium wahrgenommen wird.
  • Hans-Jürgen Bucher ging intermodalen Effekten in der audio-visuellen Kommunikation nach, in dem er die Rezeption von Werbespots analysiert.
  • Sebastian Erlhofer untersuchte die Rezeptionsmuster auf Google-Trefferseiten.
  • Philipp Niemann und Martin Krieg analysierten die Rezeptionssituation bei wissenschaftlichen Präsentation mit PowerPoint.
  • Von mir stammt im empirischen Teil ein Text zur Usability multimodaler Darstellungsformen im Onlinejournalismus, außerdem ein gemeinsamer Beitrag mit Hans-Jürgen Bucher zur Leser-Blatt-Interaktion bei Tageszeitungen.

Ich danke sehr herzlich allen Autoren für ihre Beiträge (und die Geduld). Außerdem geht mein Dank an die Kollegen und studentischen Mitarbeitern, die sich auf die Reise in das Feld der praktischen Blickaufzeichnung begeben haben. Gerne denke ich an viele Stunden im Labor, in denen wir Kalibrierungen ausprobiert, über Lichtverhältnisse räsoniert und Auswertungsverfahren getestet haben. Es gab viele Pionier-Momente, so macht Forschung Spaß.