Archiv für den Monat: September 2011

Nicaragua: Journalismus, praktisch

Zwei Wochen in Nicaragua liegen hinter mir: Für die DW-Akademie war ich zu einem Workshop an der Universidad de Managua, einer privaten Universität mit etwa 9000 Studierenden. Gemeinsam mit David Olmos von der DW-Akademie und Professoren aus dem Journalismus-Studiengang haben wir an einem neuen Studienplan gearbeitet, Ideen über Methoden zur Journalismuslehre ausgetauscht und einen Entwurf für ein Zusatzstudium zum Thema Umweltjournalismus gemacht.

Der Journalimus-Studiengang wird dem Plan nach deutlich praxisorientierter, und das schon in den ersten Trimestern. Es gibt Projekte und eine verstärkte Textausbildung, die Zahl der unterschiedlichen Fächer wird etwas reduziert, die Inhalte stärker auf den Journalismus zugeschnitten. Einschränkende Faktoren sind – wie immer – die Ressourcen: Der Studiengang beginnt mit etwa 60 bis 80 Studierenden und fährt einzügig, die Lehrenden sind fast alle Lehrbeauftragte. Den Studiengang gibt es sowohl als reguläres Vollzeitangebot wie auch als Wochenend-Variante. Die Technikausstattung ist für nicarguanische Verhältnisse überdurchschnittlich: Sie lässt immerhin regelmäßige Fernsehproduktionen wie die Schülerquizsendung „Liga del Saber“ zu, die komplett von Journalismus-Studierenden realisiert wird.

Den engagierten Kollegen an den beiden Standorten der UdeM in Managua und León ist zu wünschen, dass sie ihre Pläne und Ideen umsetzen können: Die Signale der Uni-Leitung jedenfalls waren sehr positiv.