Archiv für den Monat: Mai 2009

Learnings from ICA Chicago

Ok, die ICA-Tagung in Chicago war gut, hier und da auch fachlich interessant. Fast noch interessanter jedoch fand ich, welche Variationen wissenschaftlicher Präsentationen heute auf internationalen Tagungen möglich sind. Ein paar Beispiele:

  • Statt Ghostwriter gibt es jetzt auch Ghostspeaker, die einen Vortrag in Vertretung der Einreichenden halten. Und dabei natürlich nicht müde werden zu betonen, dass sie von dem Thema eigentlich gar keine Ahnung haben – was Fragen vorbaut.
  • Daneben lassen sich auch Präsentationen aus anderen Kontexten wunderbar recyceln. Warum nicht mal die Präsentation eines einstündigen Web-Seminars für einen zehnminütigen Vortrag verwenden?
  • Eine elegante Einstiegsvariante ist, den eingereichten Abstract komplett auf die erste Folie der Powerpoint-Präsentation zu bringen und dann zu beginnen: „Well, this is my abstract. If you are interested what my research basically is about.“

Eyetracking-Gipfel in Chicago

Auf der ICA-Jahrestagung in Chicago bestreite ich mit Kollegen aus Bremen, Lund, St. Petersburg und Trier eine Session zum Thema Blickaufzeichnung in der Medienforschung. Titel: „What You See is What You Get? Applying Eye-Tracking Methodology in Visual Communication Research“. Der Abstract zum Panel ist viel versprechend:

„This panel brings the leading international teams in the field of eye-tracking research together to present and discuss their varying approaches, methods, tools as well as research questions and designs. Thus, the panel presents a glimpse into the state of the art of international research on cognitive and affective processes in perceiving visuals. A particular focus will be placed on the perception and the measurement of eye movements while reading the newspaper or perceiving press photographs, concentrating on print and online media.“

Das Programm im Einzelnen:

  • Seeing is Believing? Methodological Considerations and Complications in Combining Eye-Tracking With Other Methods Researching Visuals – Arvid Kappas (Jacobs U – Bremen), Marion G. Mueller (Jacobs U – Bremen), Bettina Olk (Jacobs U Bremen)
  • EyeTracking the News: The Report of EyeTrack 07A Study of Print and Online Reading – David D. Stanton (Poynter Institute, St. Petersburg, Fl.)
  • Myths and Truths About Readers’ Interaction With Complex Visual Documents – Jana Holsanova (Lund University, Sweden), Kenneth Holmqvist (Lund University, Sweden)
  • Audience Research and Multimodality: What Eye Tracking Reveals about Newspaper Reading – Hans-Juergen Bucher (Universität Trier, Germany), Jana Holsanova (Lund University, Sweden)
  • Illuminating Blind Spots in Visual Perception: Combining Gestalt Principles and Eyetracking Patterns to Explain Perception of Online and Printed Media – Peter Schumacher (U of Trier)

Also: Am Samstag ab 15 Uhr im Marriott Chicago, Room Belmont.

„Rezeption als Interaktion“ erschienen

Druckfrisch bei Nomos, Edition Reinhard Fischer: Meine Dissertation ist erschienen. Das Werk ist als Band 36 in der Reihe Internet Research herausgekommen, die vom Erfurter Kollegen Patrick Rössler herausgegeben wird.

Titel Rezeption als Interaktion

Der Klappentext verrät am besten, worum es geht:

„Im Online-Journalismus werden Darstellungsmodi wie Text, Foto, Grafik, Video und Audio zu neuen Darstellungsformen wie etwa Audio-Slideshows oder interaktiven Infografiken verbunden. Der Autor untersucht, wie Nutzer mit diesen komplexen Präsentationsformen umgehen. Die empirische Grundlage bildet dabei eine qualitative Rezeptionsstudie mit Blickaufzeichnung, Verbalprotokollen und Befragungen. Aus den Ergebnissen werden grundlegende Prinzipien entwickelt, mit denen sich die Interaktion mit multimodalen, hypertextuellen Darstellungen beschreiben lässt. Ein zentraler Befund ist, dass die Gestaltung in hohem Maße mitbestimmt, wie Nutzer mit den Angeboten umgehen. Für die Praxis werden Grundsätze zur nutzergerechten Umsetzung von Online-Darstellungsformen abgeleitet.“

Zu bestellen beim Verlag oder bei Amazon. Preis: 29 Euro.

Follow Volksfreund

Dass meine Wahlheimatzeitung Volksfreund twittert, ist nichts neues. Neu ist aber, dass sie jetzt die Tweets ihrer Follower auf die Website laufen lässt, nämlich hier, aber auch auf der Homepage in einem recht prominent platzierten Kasten.

Kurze Frage in die Runde: Ist das rechtlich zulässig?