Nachrichtenwert und Quote

Im aktuellen Medium Magazin – genauer: in der Beilage Journalisten-Werkstatt – erfahre ich, dass es Theoretiker in Zeiten von ReaderScan schwer haben. „Quote schlägt Wissenschaft“ lautet die Überschrift über einem Text, der als entscheidenden Beitrag der Medienwissenschaft zur Frage nach der Themensetzung und -akzeptanz die Nachrichtenwerttheorie nach Joachim Friedrich Staab (eine Dissertation von 1988!) benennt. Um dann zu kritisieren, dass diese Theorie durch die Praxis überholt sei:

„Die Publizistik muss allerdings zur Kenntnis nehmen, dass die wissenschaftlich ermittelte Bedeutsamkeit unwichtiger wird. Mehr und mehr werden die aus Quoten abgeleiteten Vermutungen über Vorlieben des Publikums zum Kriterienkanon, keine Wunder, dass dabei die weichen ‚Human Interest‘-Faktoren im Vordergrund stehen: Gewalt und Tod, Liebe und Sex.“

Puh. Dass mein Fach ein Vermittlungsproblem hat, ist klar. Offenbar kommt selbst bei Autoren von Fachmagazinen nicht wirklich an, was bzw. dass wir forschen und wie es zu interpretieren ist.

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