Delmenhorster Kreisblatt macht Medien-Schlagzeilen

Das Delmenhorster Kreisblatt, das vor 19 Jahren meinen ersten Artikel gedruckt hat, beurlaubt seinen stellvertretenden Chefredakteur Ulrich Arlt – wenige Monate, bevor der ohnehin in den Ruhestand gegangen wäre. Die Umstände sind bemerkenswert: Bei der Berichterstattung über eine SPD-Affäre hatte Arlt klar Position bezogen, und damit den Unmut der regionalen SPD-Fürsten auf sich gezogen. Die taz etwa schreibt, dass Arlt auf Druck der Partei gehen musste. Chefredakteur Ralf Freitag dagegen sagte, Arlt habe „unter Weglassen sämtlicher Regeln des fairen Journalismus extreme Stimmung im Fall Hartmann verbreitet“. Damit habe sich die Zeitung „publizistisch völlig isoliert“. Letzteres mag sein, kann aber in der unübersichtlichen bis unappetitlichen SPD-Affäre eigentlich kein Grund sein: Eine klare Position sollte da auch mal gegen die SPD-Granden möglich sein.

Schön immerhin, dass das Kreisblatt die umstrittenen Texte Arlts noch online verfügbar hat (mal sehen, wie lange noch), zum Beispiel diese:

Kommentar vom 15. August

Kommentar vom 16. August

Kommentar vom 21. August

(weitere Berichte über die Kreisblatt-Affäre: HAZ, NWZ).

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