Archiv für den Monat: Juni 2008

Journalismus und Klicks

Josef Joffe schreibt in der Zeit ein kleines Meinungsstück zu Journalismus und „user generated content“. Die richtige und deshalb auch wenig überraschende These: UGC ist kein Journalismus. Gut, kann man schreiben. Aber warum Klicks ein Widerspruch zum Journalismus sein sollen, das erschließt sich nicht:

„Einige Zeitungen, vorweg die Washington Post, verdienen schon viel Geld mit Online. Warum? Nicht weil sie die »User« mit ihren Kommentaren und Filmchen einspannt, sondern weil sie ihren hohen Standard aufs Web überträgt, also mit Klasse, nicht mit Klicks arbeitet.“

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass für Joffe die Begriffe „Klicks“, „Visits“, „Community“ und „User“ alle aus der Gosse kommen und so eklig sind, dass er sie nur mit Anführungsstrichen anfassen mag.

[Nachtrag: Falk Lüke hat mal ein paar Zahlen zusammengestellt, die zeigen, dass auch die Zeit kein wirksames Mittel gegen diese „Klicks“ hat.]

Online Journalism Review am Ende

Überraschung, und zwar keine schöne: Die Online Journalism Review macht dicht. Das bisher von der Annenberg School for Communication unterstützte Magazin zum Thema Online-Journalismus wird nicht mehr aktualisiert, Editor Robert Niles geht (offenbar nicht freiwillig). Das Magazin war in den letzten Jahren eine gute Quelle für praxisnahe Beobachtungen und Tipps zum Onlinejournalismus und virtueller Treffpunkt für Onlinejournalisten, Wissenschaftler und andere Interessierte aus aller Welt. Deshalb: Schade!

Niles verweist in seinem letzten Posting auf das Knight Digital Media Center, in deren Blogs das Thema vielleicht weiter behandelt wird. Deren Seite macht vor allem eins: Augenkrebs.

Abkühlen und vortragen in Reykjavik

Es ist zu warm hier. Deshalb fahre ich dahin, wo es mindestens zehn Grad kühler ist. Am Donnerstag und Freitag findet in Reykjavik die Tagung der International Association of Online Communicators (IAOC) statt. Ich halte einen Vortrag mit dem Titel „User Interaction with Time-dependent Presentations in Online Journalism. Results of an Eye-tracking Study“. Und danach lege ich mich in die Blaue Lagune.

Sammelband-Beitrag zu Onlinejournalismus und Konvergenz

Zurück aus Kanada fand ich heute einen mächtigen Sammelband in der Post: „Paradoxien des Journalismus“ heißt das 750 Seiten starke, im VS-Verlag erschienene Werk. Es ist von den Hamburger und Münsteraner Kollegen Bernhard Pörksen, Wiebke Loosen und Armin Scholl herausgegeben worden – als Festschrift für Siegfried Weischenberg. Darin findet sich auch ein Aufsatz von Hans-Jürgen Bucher und mir, Titel: „Konstante Innovationen – Vom Online-Journalismus zum konvergenten Journalismus“. Vollständige bibliographische Angaben hier in der Publikationsliste.