Schul-TÜV

Ist das jetzt ein versteckter Appell für einen Schul-TÜV, den Spiegel online uns in diesem Teaser liefert?

Ist das jetzt ein versteckter Appell für einen Schul-TÜV, den Spiegel online uns in diesem Teaser liefert?
Der letzte Termin meiner kleinen Vortrags- und Seminartournee in den letzten Wochen (mit Stationen in Wien, Augsburg, Barcelona und Hamm) ist ein Heimspiel: Am Freitag und Samstag lädt das Internationale Graduiertenzentrum der Uni Trier zu einer Tagung mit dem Titel “Verausgaben. Sprechen vom/im Überfluss“. Die Konferenz versammelt Vorträge aus unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Disziplinen. In zwei Themenblöcken geht es um Medien. Am Freitag spricht unter anderem der Kollege Steffen Büffel über kommunikativen Überfluss im Web 2.0. Das komplette Programm gibt es hier.
Mein Vortrag zur Rezeption von multimodalen Darstellungsformen im Onlinejournalismus ist am Samstag um 9 Uhr. Morgens.
FAZ.NET hat einen Relaunch hingelegt, der sich sehen lassen kann: Aufgeräumt, luftig, übersichtlich. Insgesamt: Ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ein paar Punkte:
Aber Kritik muss auch sein:
Fazit: Mit dem neuen Auftritt steht die FAZ unter den überregionalen Tageszeitungen ganz vorne und lässt vor allem den Kramladen sueddeutsche.de ziemlich alt aussehen. An ein paar Stellen lässt sich noch korrigieren. Und unter den ersten Leserkommentaren sind auch wirklich mehrere positive - anders als vor ein paar Wochen beim Print-”Relaunch”.
Eine weitere gute Gelegenheit, unsere Forschungsergebnisse zu Zeitungsdesign und Zeitunglesen vor Layoutern, Designern und Infografikern vorzustellen: Auf dem Kongress ÑH04 der Society for Newsdesign Capítulo Español (SND-E) vom 21. bis 23. November in Barcelona werde ich einen Vortrag zu den Ergebnissen der Tabloid-Broadsheet-Studie halten.
Eingeladen ist auch die Kollegin Laura Ruel von der University of North Carolina, die an der 2004 veröffentlichten Eyetrack III-Studie des Poynter-Instituts mitgearbeitet hat, in der Onlinezeitungen untersucht wurden. Es gibt also einen kleinen Eyetracking-Schwerpunkt auf der Tagung: Ein Beleg dafür, dass die Ergebnisse von Blickaufzeichnungsstudien von Medienmacher stark nachgefragt sind.
Den Kongress in Barcelona richtet die SND-E zusammen mit der Zeitung La Vanguardia aus. Das vollständige Programm gibt es hier (pdf).
“Fast alles, was im Netz auf Dauer ernst genommen wird, hat seine Urquelle in der Zeitung.” FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher hat mit Einschätzungen wie dieser eine interessante Debatte über das Verhältnis von gedruckter Zeitung und Onlinemedien angestoßen: Auslöser war seine Rede zur Verleihung des Jacob-Grimm-Preises, von der es interessanterweise im Netz zwei Versionen gibt - einmal in der SZ, zum anderen im hauseigenen Onlineangebot faz.net.
Die bewährte Fachkraft Robin Meyer-Lucht hat die nachfolgende Debatte für den Perlentaucher und Spiegel online sehr fein beobachtet und bewertet, deshalb spare ich mir meine 5 Cent dazu.
Holtzbrincks Videoplattform Watchberlin.de hat einen Relaunch hingelegt, das es nur so blinkt und blitzt. Don Alphonso bekommt Augenkrebs. Felix Schwenzel, der ja immerhin Filmchen für das Portal liefert, findet die Flash-Orgie “enorm eigenartig”. Wenn man jemals Menschen mit mit einem Eyetracker vor derartig Flash-animierten Seiten hat sitzen sehen, dann kann man beides nur unterstreichen. Dass dabei selbstverständliche Standards wie etwa eine Restzeitanzeige unter den Tisch fallen - nicht erstaunlich. Fazit: Äußerst kreative Leistung von Aperto (wie übrigens auch die Lücke in der Pressemitteilung). Eine Hölle für die Nutzer.
In der aktuellen Ausgabe der Media Perspektiven ist ein Aufsatz von Hans-Jürgen Bucher und mir zur Rezeption von Tabloid- und Broadsheet-Zeitungen erschienen. Grundlage sind die Daten aus unserer Formatstudie, bei der wir mit Blickaufzeichnung und Lautem Denken erhoben haben, wie Leser mit unterschiedlich gestalteten Zeitungen interagieren.
Den vollständigen Text (inklusive einiger leicht verzerrter Grafiken) gibt es hier als pdf.
Die taz schreibt über die Strategien von Lokalzeitungsverlegern, ihre Lokalredaktionen loszuwerden. Fallbeispiele sind der Delmenhorster Kurier und das Delmenhorster Kreisblatt. Für beide habe ich mal geschrieben, damals. Jetzt wäre es mal an der Zeit, eine Studie dazu zu machen, ob und wie die Leser ihre Zeitungen nach dem Outsourcing wahrnehmen, ob die “gefühlte” Qualität der Zeitung abgenommen hat. Auf nach Delmenhorst!
Wer die Aufmerksamkeitsökonomie kennt, die die Arbeit von Onlineredaktionen prägt, braucht nicht viel Fantasie, um ein schönes PR-Event zu inszenieren, über das ausführlich in Bild und Wort, nun ja, berichtet wird. Geht ganz einfach, kostet nicht viel. Das Beispiel heute: Die Po-WM in München. Das sind ein paar der Clippings, die sich die PR-Abteilung von Triumph einrahmen und an die Wand hängen darf:
Seit heute ist die neue Website der Uni Trier online. Es knarzt und rumpelt noch an manchen Stellen, aber insgesamt ist der Auftritt doch deutlich besser als der alte. Apropos: Ein bisschen Wehmut ist auch dabei - die alte Website, die schon vor fünf Jahren überholt war, hat mir in vielen Seminaren gute Dienste geleistet: Als schlechtes Beispiel in Sachen Informationsarchitektur, Gestaltung und Usability. Aber hier gibt es sie ja noch.