Mit Nichtwissen umgehen lernen

Der Soziologe Dirk Baecker skizziert in der taz, welche Chancen sich in Zeiten des Bologna-Prozesses und der Exzellenzcluster für ein neues Verständnis von Hochschullehre ergeben:

Die Kompetenzen, zu denen die Universitäten jetzt zu befähigen beginnen, ebenso wie die Talente, nach denen Industrie, politische Organisationen, Militär, Kirchen und Kultur suchen, sind Kompetenzen und Talente, die ihre Expertise daraus beziehen, dass sie es methodisch, theoretisch und praktisch gelernt haben, mit Nichtwissen umzugehen. Wer das nicht kann, kann gar nichts. Aber wer das kann, kann darauf aufbauend jedes nur denkbare Wissen erwerben, ohne dieses je mit Gewissheit zu verwechseln und so seine Kompetenz und sein Talent wieder aufs Spiel zu setzen.

Ein bemerkenswerter Ansatz. Allerdings ist doch das Risiko nicht von der Hand zu weisen, dass es auch zu einer rein praktizistischen Orientierung der Bachelor-Studiengänge kommen kann. Die Folge: Die Studierenden werden eben nicht mit der Fähigkeit entlassen, für den Rest ihres Berufslebens die richtigen Fragen zu stellen und sich die passenden Antworten zu erschließen.

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