taz blinzelt in die Zukunft der Zeitung

Mit einer Sonderausgabe zur „Zeitung der Zukunft“ ist die taz am Samstag angetreten. Was soll man sagen? Ein starkes Plädoyer für die gedruckte Zeitung ist nicht rausgekommen. Uninspiriert und zusammenhanglos die Texte, denen ein zusätzlicher Redigier- der mindestens Korrekturdurchgang gut getan hätte. Die Druckqualität ist so wie in den Frühzeiten des Farbdrucks auf Zeitungspapier: Mies.

Schön immerhin, dass die Trierer Onlinezeitung 16vor.de als Beispiel für neuen Lokaljournalismus Erwähnung findet (hier, im Infokasten). Zusammen übrigens mit dem Grimme-prämierten Fudder aus Freiburg. Nur: Beide Angebote sind nicht gedruckt. Auch eine Perspektive für die Zeitung der Zukunft.

Da hört man doch von Ferne das Pfeifen im Walde, wenn der Schweizer Verleger Michael Ringier ein paar Seiten weiter im Interview seine eigenen Internet-Nutzungsgewohnheiten generalisiert:

„Im Internet finden ich ja meist nur, was ich suche. In der Zeitung finde ich Dinge, von denen ich gar nicht wusste, dass sie mich interessieren. Wenn ich so eine Doppelseite mit dem Auge überfliege, habe ich innerhalb von Sekundenbruchteilen herausgepickt, was ich lesen will. Das kann etwas sein, was ich sonst nicht gefunden hätte, weil ich gar nicht wusste, dass es das gibt. Außerdem ist das Lesen auf Papier wesentlich angenehmer als auf dem Bildschirmformat. Das kann keine Technologie der Welt ändern.“

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