Das rote Tuch ist Vodafone

Einen schönen Einblick in die wundersame Welt der Public Relations gewährt uns die dpa-Tochter newsaktuell, die über ihre Dienste ots (Original-Text-Service) und obs (Original-Bild-Service) PR-Material an Redaktionen versendet, das die Redakteure über die gleichen Tickerdienste erreicht wie der reguläre dpa-Dienst. obs kürt regelmäßig ein „Clipping des Monats“, quasi den schönsten Abdruckerfolg: Wo hat man es geschafft, dass die Redakteure PR-Material ungefiltert ins journalistische Produkt aufnehmen. Der Gewinner für Juli 2007 (pdf) ist: Der Trierische Volksfreund.

Die Magazin-Redaktion hat einen dpa-Korri-Bericht über 15 Jahre Mobilfunk mit drei Bildern bestückt, die von Vodafone geliefert wurden. Immerhin, die Bildquelle wird korrekt genannt. Als Zeitung würde ich mich trotzdem nicht so richtig über den Award freuen.

Bemerkenswert ist, was die newsaktuell-Leute ihren Kunden über die vermeintliche Werbewirkung weis machen wollen:

Doch ein Wunsch eint alle, die Produkt-PR über Pressebilder vermitteln wollen: Sie wollen ihre Fotos erkennbar mit ihren Markenzeichen versehen. Für Vodafone ist das eine besondere Herausforderung. Denn zum einen ist es bei der geringen Größe der Mobiltelefone im Vergleich zum menschlichen Körper fast unmöglich, das „Branding“ der Handys erkennbar und zugleich halbwegs authentisch darzustellen. Zum anderen aber ist die auffällige Präsentation von Firmenlogos für Journalisten oft der entscheidende Grund, Pressebilder von Unternehmen nicht zu nutzen. Vodafone hat für dieses Problem eine elegante Lösung gefunden: Die Marke wird in vielen Pressebildern nicht über das Firmenlogo transportiert, sondern über die dominierende Farbe Rot. Die Leser assoziieren Rot im Kontext Mobilfunk meist unwillkürlich mit Vodafone. Die Marken der Wettbewerber bringen sie hingegen gedanklich mit anderen Farben in Verbindung (T-Mobile mit Magenta, o2 mit Blau und E-plus mit Grün).

Im konkreten Fall: Das rot-weiße Handtuch ist Vodafone. Klar.

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