Ein Text von epd medien beschreibt sehr schön und ausführlich, wie die Realität in vielen deutschen Zeitungsverlagen aussieht. Das Fazit kann eigentlich nur lauten: Die Verleger der Münsterschen Zeitung waren bloß ungeschickt. Sehr viel mehr Zeitungen haben radikale Einschnitte wie Outsourcing, Tarifflucht und reihenweise Kündigungen schon hinter sich gebracht, ohne dass das bis in die überregionale Presse vordrang oder das lokale Zeitungspublikum erreichte. Das Ergebnis ist jedoch ähnlich wie in Münster. Auf wieviel Arbeitsgerichtsprozesse haben es deutsche Zeitungsverlage in den letzten fünf Jahren ankommen lassen?

Was mal eine schöne Studie wert wäre: Inwieweit nehmen Zeitungsabonnenten die Auswirkungen am Produkt wahr, die mit solchen Einschnitten einhergehen? Gar nicht? Schleichend? Nur, wenn man zufällig jemanden aus der Redaktion privat gut kennt und damit um die Hintergründe weiß? Meine Annahme ist, dass der Zeitungsabo-Markt so träge funktioniert, dass eine Änderung der journalistischen Qualität keine messbaren Effekte hat. Kurz- bis mittelfristig. Aber der Sensenmann kommt.