Outsourcing und Tarifflucht: Was merken Zeitungsleser?

Ein Text von epd medien beschreibt sehr schön und ausführlich, wie die Realität in vielen deutschen Zeitungsverlagen aussieht. Das Fazit kann eigentlich nur lauten: Die Verleger der Münsterschen Zeitung waren bloß ungeschickt. Sehr viel mehr Zeitungen haben radikale Einschnitte wie Outsourcing, Tarifflucht und reihenweise Kündigungen schon hinter sich gebracht, ohne dass das bis in die überregionale Presse vordrang oder das lokale Zeitungspublikum erreichte. Das Ergebnis ist jedoch ähnlich wie in Münster. Auf wieviel Arbeitsgerichtsprozesse haben es deutsche Zeitungsverlage in den letzten fünf Jahren ankommen lassen?

Was mal eine schöne Studie wert wäre: Inwieweit nehmen Zeitungsabonnenten die Auswirkungen am Produkt wahr, die mit solchen Einschnitten einhergehen? Gar nicht? Schleichend? Nur, wenn man zufällig jemanden aus der Redaktion privat gut kennt und damit um die Hintergründe weiß? Meine Annahme ist, dass der Zeitungsabo-Markt so träge funktioniert, dass eine Änderung der journalistischen Qualität keine messbaren Effekte hat. Kurz- bis mittelfristig. Aber der Sensenmann kommt.

2 Gedanken zu „Outsourcing und Tarifflucht: Was merken Zeitungsleser?

  1. EM

    Ich bemerke, dass manche Journalisten bei Regional- und Lokalzeitungen die simpelsten handwerklichen Grundlagen nicht mehr beherrschen, zunehmend PR-Texte abgedruckt werden und Recherche kaum noch noch stattfindet.
    Das ist mein Eindruck von vielen Regionalzeitungen: PR + ein bisschen Agentur + ein paar Zweispalter, verfasst vom pensionierten Stidenrat = Zeitung… Das funktioniert nicht. Qualität kostet Geld.

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  2. Peter

    Eben. Und die Leser wissen oft gar nicht, wie ihre Zeitung eigentlich zusammengestümpert wird. Voll und bunt ist sie ja immer. Es fehlt ein Instrument, dass die Qualität einer Zeitung transparent machen kann.

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