Bildungsreise durch Kolumbien

Inzwischen ist der Jetlag überwunden, es fehlt nur noch der Blogpost, um meine Kolumbienreise abzuschließen. Im September war ich zwei Wochen in Popayán, Cauca. Wie im vergangenen Jahr konnte ich wieder mit meiner kolumbianischen Kollegin Edilma Prada an der Universidad Autonoma Indígena Intercultural (UAIIN) unterrichten; etwa 30 junge Indígenas sind dort für den Studiengang Comunicación propia eingeschrieben. Ziel ist, sie für Kommunikationsaufgaben innerhalb ihrer lokalen Gemeinschaften vorzubereiten, aber auch Nachwuchskräfte für die Öffentlichkeitsarbeit der indigenen Organisationen zu gewinnen. Die Uni wird betrieben vom Consejo Regional Indígena del Cauca (CRIC).

Im Seminar ging es im ersten Teil mit Matthias Kopp von der Deutschen Welle Akademie um audiovisuelle Medien und Videoproduktion. Im Anschluss daran standen für drei Tage journalistische Darstellungsformen auf dem Programm. In einem Übungsteil konnten die Studierenden ausprobieren, wie eine aktuelle Nachricht geschrieben wird; das Thema lag quasi vor der Tür und betrifft die Indigenen im Cauca ganz direkt: Der Indígena-Führer Feliciano Valencia wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt und saß seit einigen Tagen in Popayán in Haft. Der Hintergrund ist komplex: Valencia wird beschuldigt, vor sieben Jahren einen Militärangehörigen entführt und misshandelt zu haben. Das Geschehen spielte sich während einer so genannten Minga ab, einer indigenen Protestversammlung mit vielen Tausend Teilnehmern. Der Militär – ebenfalls Indígena – sollte offenbar die Versammlung ausspionieren und hatte militärisches Material dabei. Nach seiner Enttarnung verurteilte ihn die Gemeinschaft zu Stockschlägen – ganz im Einklang mit der legalen indigenen Rechtsprechung. Die Indigenen sehen die Verurteilung von Valencia insofern als gravierenden Angriff auf ihre Autonomie.

In der Uni campierten in unserer Seminarwoche rund 150 Mitglieder der Guardia Indígena, der indigenen Selbstverteidigungsgruppen, die – ohne Waffen – die Rechte der Indigenen verteidigt. Jeden Tag hielten die Guardias Mahnwachen vor dem Gefängnis. Das war dann auch das journalistische Thema für die Studierenden: In einer Pressekonferenz befragten sie zwei Anführer der Guardia Indígena und schrieben anschließend eine Nachricht dazu (die auch durchaus abweichend von westlichen Standards subjektiv geprägt sein konnte). Wie immer war es beeindruckend, das Engagement der Studierenden zu sehen, die oft nur unter schwierigen Umständen zu den Unterrichtswochen an die UAIIN kommen können.

Nach dem Seminar in Cauca ging es dann nach Medellín. Dort kooperiert die DW Akademie mit der Universidad de Antioquia in Themen zu historischer Erinnerung und Medien. Ein Teilprojekt durfte ich kennenlernen: In Granada, einem kleinen Ort rund zwei Stunden östlich von Medellín, werden die lokalen Medienmacher unterstützt. Sie betreiben dort einen Radiosender, produzieren regelmäßig ein TV-Nachrichtenmagazin, publizieren eine monatliche Zeitschrift und ein Webangebot – alles ehrenamtlich und ohne journalistische Ausbildung. In einem Workshop haben wir über die Potenziale von Onlinemedien gesprochen, vor allem zur Interaktion mit dem Publikum. Die Kollegen in Granada haben da schon viel Erfahrung – vor allem Facebook ist für sie eine wichtige Plattform, aber auch Twitter spielt eine Rolle. In Granada gibt es eine besondere Kommunikationskultur in Granada: Die Gemeinde ist stolz darauf, die Wiege des kolumbianischen Genossenschaftswesens zu sein – in dieser Tradition sind die Gemeinschaft und ihre kommunikative Vernetzung zentrale Werte. Granada war in den gewaltsamen Auseinandersetzungen des kolumbianischen Konflikts mehrfach Ziel von Angriffen. Zur Erinnerung und Aufarbeitung gibt es eine Gedenkstätte, den Salon „Nunca más“.

Anfang Oktober war ich schließlich beim Kongress der lateinamerikanischen Kommunikationsfakultäten (Felafacs 2015), der alle drei Jahre stattfindet und die größte kommunikationswissenschaftliche Tagung in Lateinamerika ist. Mein Vortrag beschäftigte sich mit den Arbeitsweisen lateinamerikanischer Nachrichtensites, insbesondere bei großen Nachrichtenlagen. Grundlage waren Interviews mit Redaktionsverantwortlichen von Medien in Kolumbien, Ecuador, Uruguay und Argentinien und eine Verlaufsanalyse von acht Nachrichtensites, die aufzeigt, wie Redaktionen „breaking news“ bearbeiten – am Beispiel der diplomatischen Annäherung, die Cuba und die USA im Dezember vergangenen Jahres angekündigt haben.

Ich danke allen Kollegen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte – vor allem Edilma Prada von Consejo de Redacción, Matthias Kopp von der DW Akademie, Dora Muñoz und Adolfo Conejo vom CRIC und Camilo Arboleda von der Universidad de Antioquia. Ich habe wie immer viel gelernt!

Redaktionsbesuch 3: El Comercio, der Muster-Newsroom in Quito

Nach einer kleinen Pause nun der Aufschrieb zu einem weiteren Redaktionsbesuch in Lateinamerika, den ich im August letzten Jahres gemacht habe. Diesmal: El Comercio in Quito, eine der beiden großen national verbreiteten Zeitungen in Ecuador.

Die Redaktion von El Comercio in Quito ist wie aus dem Berater-Handbuch gestaltet: Ein Großraum mit einem zentralen Newsdesk als Hub und mehreren Speichen für die einzelnen Ressorts. Darüber, offen, eine Ebene mit einem Café und mehreren Besprechungs- und Rückzugsräumen. Seit etwa drei Jahren arbeitet El Comercio in dem neuen Newsroom, voll integriert, sagt Marcos Vaca, der Leiter der Digitalsparte. Die wichtigsten Produkte sind die gedruckte und digitale Ausgabe von El Comercio, außerdem das Tabloid Últimas Noticias, ebenfalls in Print und digital. Dazu kommen Zulieferungen zum hauseigenen Radiosender und die Zeitschriften wie „Familia“ und „Líderes“.

Die Redaktion sei auf dem Weg zu einer „digital first“-Strategie, sagt Marcos Vaca – mit über hundert Jahren im Printgeschäft sei das allerdings nicht von heute auf morgen umzusetzen. Grundsätzlich versuche die Redaktion, im Print auf eher hintergründige, erklärende Stücke zu setzen, während die Website stark nachrichtenorientiert sei. Die Site setze dabei auch deutlich auf die Themen, die Tagesgespräch seien, also durchaus einen Tick boulevardesker als die Zeitung. Es gebe auch sehr unterschiedliche Publika für die einzelnen Kanäle – das habe man durch Umfragen herausgefunden. Mit Print erreiche man ein gebildetes, eher finanzstarkes Publikum ab 40; die digitalen Kanäle würden eher von jüngeren konsumiert. Nicht alle Themen im Print würden sich im Digitalen wiederfinden – und umgekehrt.

Das Publikumsinteresse wird bei elcomercio.com sehr genau gemessen: Nutzungsstatistiken und Live-Quoten spielen eine wichtige Rolle – der Digitalchef jedenfalls checkt sie auch während unseres Gesprächs regelmäßig auf dem Tablet. Laut Vaca sind die Zahlen aber nicht die einzigen Entscheidungskriterien der Redaktion – die Blattlinie gehe in jedem Fall vor, deshalb gebe es zum Beispiel keine Boulevard-Aufmacher. Zugleich zeigten die Quoten aber auch, dass nicht alles, was die Redaktion für wichtig erachte, vom Publikum ebenso gesehen werde. Als Beispiel nennt Marcos Vaca die Meldung vom Tod von Gabriel García Márquez, die entgegen der Erwartungen der Redaktion nicht die am häufigsten geklickte gewesen sei. „Manchmal mag ich unser Publikum nicht“, sagt Vaca.

Zu beobachten sei eine klassische Büro-Nutzungskurve, in den letzten zwei Jahren auch eine deutliche Zunahme der Zugriffe von Smartphones. Social Media spielt eine wichtige Rolle: Knapp 30 Prozent der Besuche kämen über Facebook, sagt Marcos Vaca. Da würden dann auch schon mal die eher bunten Themen ausgespielt, die sich gut teilen ließen. Twitter sei zwar prozentual nicht so wichtig, jedoch würden darüber die politisch Interessierten und Intellektuellen in Quito erreicht – deshalb werde der Kanal auch eher mit harten News bespielt als Facebook.

Beim letzten Redesign der Seite im Mai wurde fielen bei elcomercio.com die kleinteiligen Ressorts weg – es gibt nun nur noch drei Groß-Rubriken. „Actualidad“ für Hard News, „Tendencias“ für Gesellschaft, Buntes und Wissenschaft sowie „Deportes“, also Sport. „Die Leute navigieren nicht nach Rubriken, sondern suchen nach Themen“, sagt Marcos Vaca. Und auch für die User, die über Google auf die Seite kämen, seien diese überflüssig. Es habe jedenfalls nach dem Relaunch keine Einbrüche bei den Zahlen gegeben.

Marcos Vaca hat an der Universidad Central in Quito studiert – einer staatlichen Hochschule. Er sieht den Studiengang Comunicación Social inzwischen sehr kritisch: „Das ist alles und zugleich nichts, und es gibt kaum Praxis.“ Alles Wichtige habe er erst bei El Comercio gelernt – in der Printredaktion. Noch heute kämen die Absolventen der Uni Central mit einem schiefen Bild von der Praxis in die Redaktion. Erst neulich habe er einem Bewerber angeboten, ihn doch mal durchs Haus zu führen, um zu schauen, ob da irgendwo die Eigentümer der Zeitung sitzen, um den Redakteuren die Marschrichtung vorzugeben und sie als Büttel des Kapitals einzusetzen. (Da ich vor Jahren mal das Vergnügen mit einigen Dozenten der U Central hatte und Einblick in ihre Diskurse nehmen durfte, fand ich das ziemlich lustig. Weniger lustig ist natürlich, das genau diese Ideologie auch von der Regierung genutzt wird, um kritische Presse zu diskreditieren.)

Ecuador: Reform im Dschungel der Interessen

Zum Abschluss meiner Südamerika-Reise war ich in dieser Woche noch einmal in Quito, um mit den Kollegen an der Universidad Católica (PUCE) noch einmal am geplanten Journalismus-Studiengang zu arbeiten. Wie sich im August schon andeutete, ist das Projekt von allerlei nicht kontrollierbaren Rahmenbedingungen abhängig. Im ungünstigsten, aber nicht unwahrscheinlichsten Fall könnte sich die Uni-Leitung entschließen, doch mit einem einzigen Studiengang Comunicación Social weiterzumachen. Die bisher darin enthaltenen Schwerpunkte Journalismus, Public Relations und Literatur dürfte die PUCE nach den neuen Regierungsvorgaben nicht weiter getrennt ausweisen. Damit wäre die ganze Studiengangsreform ein großer Rückschritt zu einem konturlosen, praxisfernen und am Arbeitsmarkt vorbei agierenden Ausbildungsangebot.

Die Kollegen aus der Journalismus-Fraktion sind zurzeit noch optimistisch, dass sie ihr Konzept zumindest in weiten Teilen durchsetzen können. Mit diesem Optimismus haben wir dann auch ein paar Details justiert und bearbeitet. Vor allem die Organisation von Projekten war ein wichtiges Thema. Sie sollen nach in den letzten zwei Semesterwochen stattfinden; die Seminare des jeweiligen Semesters sollen – soweit möglich – inhaltlich darauf vorbereiten. Ein sehr charmantes Konzept, für das jedoch auf auf der organisatorischen Seite eine Reihe von Fragen zu klären sind. Die meisten der beteiligten Dozenten tragen das Konzept jedenfalls mit – insofern hoffe ich mal, dass ihre Mühen der vergangenen Jahre nicht umsonst waren und möglichst viele der guten Ideen auch umgesetzt werden können.

Bolivien: Journalismusausbildung stärken

In der vergangenen Woche war ich in Bolivien, um mir das Projekt ProPeriodismo anzuschauen, dass eine stärker praxisorientierte Aus- und Weiterbildung für Journalisten umsetzen will. Auf deutscher Seite sind die GIZ und DW Akademie beteiligt, auf bolivianischer Seite drei Partner, mit denen unterschiedliche Felder beackert werden:

  • ABOCCS, ein Zusammenschluss von kommunikationswissenschaftlichen Fakultäten, bietet Journalismus-Dozenten Weiterbildungen zu neuen didaktischen Möglichkeiten und mehr Praxisnähe in der Lehre an.
  • Die Fundación para el Periodismo hat ein Programm gestartet, in dem eine Gruppe von Journalisten in Blockseminaren weitergebildet wird – es geht um Handwerkszeug für multimediales Arbeiten, aber auch um neue Themenzugänge.
  • CEPRA in Cochabamba kümmert sich in Wochenseminaren um die Ausbildung von lokalen Radiomachern in ganz Bolivien – viele davon kommen von Kleinstsendern in ländlichen Gebieten.

Ich konnte in Cochabamba und La Paz mit den Machern und Teilnehmern sprechen, um zu sehen, was gut läuft und wo möglicherweise Dinge anders gemacht werden sollten. Die Details kommen in einen Evaluationsbericht. Fazit für mich schon jetzt: Sehr inspirierend!

Kolumbien: Journalistenschule und Uni Indígena

In dieser Woche war ich noch einmal in Popayán in Cauca, Kolumbien, zur Fortsetzung von diesem und jenem Projekt. Mit den geschätzten Kolleginnen Edilma Prada, Ginna Morelo und Johana Moreno von Consejo de Redacción ging es um die weiteren Schritte hin zu einer Journalistenschule. Die Inhalte sind dabei nicht das Problem: CdR hat sehr viel Erfahrung mit Seminaren für Journalisten, vor allem mit Schwerpunkten wie investigativem oder Datenjournalismus, aber auch zur Berichterstattung über Konflikt, Frieden und Korruption. Schwieriger ist, eine Organisationsform und vor allem ein Finanzierungsmodell zu finden. Der Plan ist, im zweiten Halbjahr des nächsten Jahres mit einem mittelgroßen Kursangebot an den Start zu gehen. Bis dahin sind noch ein paar Schritte zu gehen, aber die Route steht.

Außerdem hatte ich wieder Gelegenheit, mit Dozenten der Universidad Autónoma Indígena Intercultural (UAIIN) zu tagen. Für den gerade gestarteten Studiengang Comunicación propia intercultural gibt es einen relativ weit gediehenen Studienplan. Für ein paar Leerstellen, Überlappungen und Inkonsistenzen konnten wir hoffentlich gute Lösungen finden. Die UAIIN ist in einem Zwiespalt: Zum einen will sie Studiengänge anbieten, die den Bedürfnissen der comunidades indígenas und ihren Organisationsstrukturen gerecht werden. Zum anderen arbeitet sie auch daran, staatlich anerkannt zu werden – nicht zuletzt, um auch öffentliche Gelder zu bekommen. Das bedeutet, zu einem gewissen Grad die Vorgaben des Staates zu beachten, wenn es etwa um Workloads, Noten und Credits geht.

Die UAIIN ist dennoch keine Hochschule wie jede andere. Der Studiengang Comunicacion propia intercultural zum Beispiel hat ein paar sehr charmante Eigenheiten, die zugleich auch für Herausforderungen sorgen. Die Studenten werden quasi auf Empfehlung ihrer jeweiligen Gemeinschaften geschickt und sollen während des Studiums auch in den Gemeinschaften mitarbeiten – zum Beispiel bei einem Radiosender. Damit sammeln sie zum einen Erfahrungen, die dann wieder in den geblockten Unterrichtswochen in der UAIIN ausgewertet und mit den anderen Studierenden geteilt werden können.

Da ist es nur konsequent, wenn bei den Bewertungen auch die comunidades mitreden: Zu 25 Prozent fließen die Beurteilungen der jeweiligen Gemeinschaften in die Noten mit ein. Für weitere 25 Prozent ist die Studierendengruppe selbst zuständig, muss also ein System finden, sich gegenseitig zu bewerten. Beides nicht ganz einfach – und wir haben lange darüber geredet, wie sinnvoll Bewertungen per Note denn überhaupt sind (Fazit: eher nicht so, aber muss ja). Ein paar alternative Möglichkeiten sind dann auch auf den Tisch gekommen: eine Art Lehr-Lern-Vertrag, der auch die comunidades mit einbezieht, und damit auch eine gute Feedback-Möglichkeit an die Uni darstellt, Lerntagebücher oder schriftliche Praxisreflektionen. Was sich davon tatsächlich umsetzen lässt, ist schwer zu sagen: Im Moment agieren die wenigen festen orientadores (Dozenten) ohnehin schon an der Belastbarkeitsgrenze, so dass zusätzlicher Betreuungsaufwand kaum drin ist.

Beeindruckend ist auf jeden Fall, mit welchem Engagement die beteiligten Dozenten und Studenten ihr Projekt voranbringen – trotz sehr knapper Ausstattung. Es mangelt an Rechnern, die Bibliothek ist sehr bescheiden, die Studierenden haben weite Wege, um zu den Blockseminaren zu kommen – und wenn die Schlafsäle voll sind, wird auf dem Campus gezeltet. Das Gemeinschaftsgefühl, so scheint mir, ist dafür um so stärker. Auf jeden Fall lohnt es sich, den Studiengang weiter im Blick zu halten. Ich denke, von den Erfahrungen können wir noch einiges lernen. So manche “westliche” Gewissheit über Kommunikation stößt hier an ihre Grenzen.

Mein Dank geht an die Kolleginnen von CdR und an alle Mitwirkenden an der UAIIN, vor allem Nixon Yatacué. Como siempre: Una experiencia extraordinaria.

Redaktionsbesuch 2: El País, Marktführer in Uruguay

Die Foyers von Zeitungsverlagen sind ja gerne als kleines Technikmuseum eingerichtet. So steht auch bei El País in Montevideo im Eingangsbereich eine alte Linotype. Die Redaktion im ersten Stock arbeitet im Großraum – nur die Onlineredaktion ist in einem Glaskasten untergebracht, cocina digital wird sie hier genannt, die Digitalküche. Digitalchef Oscar Vilas hat seinen Arbeitsplatz aber am zentralen Newsdesk der Zeitung – diese Entscheidung war ein erster Schritt hin zu einer Integration von Print und Online. Es wird nun viel telefoniert und gelaufen, um die Kommunikation im Fluss zu halten.

Dass El País die auflagenstärkste Zeitung in Uruguay ist, sagen alle. Die genauen Zahlen der verbreiteten und verkauften Exemplare werden nicht kommunziert (ich muss mich wohl mal als Anzeigenkunde ausgeben und nachfragen). Online sieht es da etwas besser aus, hier zählt IAB. Im September kam elpais.com.uy demnach auf 9,6 Millionen Visits mit 55 Millionen Pageviews, gezählt jeweils inklusive diverser Sub-Angebote. Damit liegt El País weit vor dem zweitgrößten Angebot El Observador.

Eine Besonderheit der uruguayischen Zeitungswebsites ist, dass hier in der Morgenstrecke stark auf die Inhalte der Printausgabe gesetzt wird. Bei El País werden um 4 Uhr morgens fast alle Zeitungsinhalte freigeschaltet und dürfen auch erstmal ganz entspannt auf Leser warten, teilweise bis zum Nachmittag. Die Nutzungskurve hat ihren Peak zwischen 9 und 11 Uhr am Vormittag, eine typische Büronutzung. Die Onlineredaktion ist ab acht Uhr besetzt und beginnt dann, aktuelle Inhalte zu erstellen, die die Zeitungstexte nach und nach verdrängen.

Monitoring der anderen Medienangebote ist eine zentrale Aufgabe im Tagesverlauf, für die eigens Redakteure abgestellt werden. Das ist auch wichtig, weil es keine nationale Nachrichtenagentur gibt; vieles, was andere Medien berichten, wird weitergedreht. In der Spätschicht bereitet ein vierköpfiges Team die Zeitungsinhalte für den nächsten Tag vor, was in weiten Teilen Handarbeit ist – getrennte Systeme, keine vernünftigen Importroutinen, kennt man. Aber es wird auch neu hierarchisiert, teilweise die Überschriften angepasst, Links gesetzt oder Fotos verändert. Vier Multimediaredakteure produzieren auch Videos und interaktive Infografiken; ein durchgestreamtes TV-Angebot wie beim Observador gibt es allerdings nicht.

Digitalchef Oscar Vilas bringt lange Jahre Printerfahrung mit, mit Stationen in Brasilien, Argentinien und den USA. Vor elf Jahren stieg er dann bei El País ein, seit rund vier Jahren leitet er die Onlineredaktion. Einer der Gründe für seinen Wechsel war, so sagt er, dass die Redaktionsleitung damit ein Zeichen setzen und den Onlinern mehr Gewicht und Respekt in der Printredaktion verschaffen wollte. Auf lange Sicht sei eine integrierte Redaktion das Ziel, sagt Oscar Vilas. Doch bis dahin sei es noch ein langer Weg.

Journalistentagung in Buenos Aires: Ausblick auf die Medienpolitik

Gestern und heute war ich beim Jahreskongress des Foro de Periodismo Argentino, einer Journalistentagung in der Universidad de Palermo in Buenos Aires. Das Ganze hat mich ein wenig an die Jahreskonferenzen von Netzwerk Recherche erinnert. Auch hier ging es vor allem um den Erfahrungsaustausch in Workshops und Vorträgen. Unter den Vortragenden waren auch viele internationale Gäste, zum Beispiel Katitza Rodríguez von der Electronic Frontier Foundation oder Matthew Eltringham, der für die Website des BBC College of Journalism zuständig ist.

Ein Schwerpunktthema war investigativer Journalismus, es ging um die Recherche und Berichterstattung zu Drogenkartellen, organisierter Kriminalität und Korruption. Immer wieder ging es auch um die Schikanen, denen sich Medien und Journalisten unter der gegenwärtigen Regierung von Cristina Kirchner ausgesetzt sehen. Ein etwas anderes Bild also, als ich es auf der regierungsnahen Tagung vor ein paar Wochen erlebt habe. In Workshops ging es um Praktisches: Katitza Rodríguez stellte das Projekt Surveillance Self Defense vor, ein zielgruppenorientiertes Infopaket zur digitalen Sicherheit. Matías Fuentes von Google durfte ein paar Produkte seiner Firma vorstellen, die für Journalisten nützlich sein können.

Die Veranstalter von FOPEA hatten die Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen eingeladen, um sich von ihnen die Pläne für die Medienpolitik erläutern zu lassen. Es sind auch fast alle gekommen, nur die härtesten Kirchneristas würden sich so einer Diskussion nicht stellen. Für die Journalisten ist dabei vor allem interessant, wie die Kandidaten zu den staatlichen Interventionen in privatwirtschaftlichen Medien stehen. Ein großes Thema ist, wie Werbegelder von staatlichen Institutionen auf die Medien verteilt werden, ohne damit Politik zu machen und unliebsame Medien abzustrafen. Die Kandidaten, die ich gehört habe, sagen, dass sie es auf jeden Fall besser machen wollen als die gegenwärtige Regierung.

Morgen geht die Tagung weiter. Ich muss aber Koffer packen.

Bühnenjubiläum

Heute vor 25 Jahren ist meine erster Zeitungstext gedruckt worden. Gelegenheit, in bisschen in Erinnerungen zu kramen.

Ich war im Oktober 1989 bei einer Infoveranstaltung, es ging um Berufe bei der Zeitung. Und es sprach Peter Stemmler, stellvertretender Chefredakteur des Delmenhorster Kreisblatts, also der Zeitung, die bei uns jeden Tag im Briefkasten lag. Einige waren gekommen, um sich über den Druckerberuf zu informieren – ich war der einzige, der sich für den journalistischen Teil interessierte. Peter Stemmler hatte extra noch mal in irgendeinem Journalismus-Handbuch nachgeschaut, um ein paar kluge Dinge zu sagen. Unter anderem, dass Redakteure zwar eine politische Meinung haben dürften, ihr parteipolitisches Mäntelchen aber bitte sehr an der Garderobe abzugeben hätten, wenn sie in die Redaktion kämen. (Was ich mir unter anderem deshalb gemerkt habe, weil er sich später selbst nicht immer daran gehalten hat, aber das ist eine andere Geschichte.)

Wie das denn so mit einer freien Mitarbeit geht, wollte ich wissen. Einfacher, als ich dachte: Am folgenden Samstag fuhr ich mit Peter Stemmler in seinem beigefarbenen BMW zur Nordwolle, einem ehemaligen Industriegelände. Das damals noch ziemlich neue Fabrikmuseum feierte Museumsfest. Mein erster Termin. Und es konnte ja nicht viel schief gehen, denn notfalls würde eben der Chef den Text schreiben. Ich lief also rum, fragte Leute, sah mir alles an. Zuhause klöppelte ich den Text auf einer elektrischen Schreibmaschine (Typenrad!) zusammen. Am Sonntag Vormittag radelte ich in die Redaktion, den fertigen Text in der Tasche.

Die weiteren Schritte waren analog: Peter Stemmler schrieb den Einstieg und Schluss ein bisschen um und klebte die neue Version auf die Textzettel, die dann an die Texterfassung gingen. Für die Überschrift mussten die Buchstaben händisch gezählt werden, um dann zu sehen, ob das mit der vorgesehen Schriftgröße passt. Seitenlayout war noch Papiersache, das Typomaß wichtigstes Handwerkszeug.

Am Montag war der Text dann Aufmacher auf Seite 1 im Delmenhorster Kreisblatt – das seit langem den Lokalteil als erstes Buch vor dem zugekauften Mantel hatte. Zwar nicht mit Autorennamen, aber immerhin mit meinem Kürzel ps. Von “ps” erschienen dann in der folgenden Zeit allerlei Texte, Termine zumeist, darunter alles, was das Klischee begehrt: Kleingärtner mit irren Satzungsdiskussionen, Vogelzüchter, Hausfrauenbund. Bei manchen Texten bin ich ganz froh, dass sie nicht im Digitalen verewigt sind. Später machte ich dann sechs Wochen Praktikum in der Redaktion und schrieb auch ein paar eigene Stücke.

Damals gab es 50 Pfennig Zeilenhonorar – da bekommen viele freie Lokalschreiber heute weniger. Fotos machten die beiden festen Fotoredakteure (!). Ich habe damals einiges gelernt, auch dank der Redaktionskollegen, die mir viele hilfreiche Tipps gaben. Um mal ein paar zu nennen: Ilse Wittenburg, Mechthild Voigt, Ulrich Arlt, Michael Korn (der heute Chefredakteur des dk ist). Und vor allem Frank Schümann, der mich ermutigt hat, mit dem Journalismus weiterzumachen. Und Peter Stemmler, der dann später mein Chefredakteur war.

Das Delmenhorster Kreisblatt hat in den letzten 25 Jahren viele Turbulenzen erlebt, Redakteure entlassen, der Verlag ist aus dem Tarif ausgeschert, hat den Mantel selbst produziert, eine zweite Lokalausgabe für das benachbarte Ganderkesee ins Leben gerufen und wieder beerdigt. Und wie üblich in der Branche: Seit Jahren sinkende Auflagen. Vor kurzem wurde dann die Mehrheit des Verlags an die Neue Osnabrücker Zeitung verkauft.

Redaktionsbesuch: La diaria in Uruguay, Cousine der taz

Ich schreibe hier mal in loser Folge ein paar Eindrücke und Beobachtungen zu den Redaktionen auf, die ich besuchte habe. Den Anfang macht eine kleine Zeitung aus Uruguay: La diaria. Die Zeitung ist jung, sie wurde vor acht Jahren gegründet. Als ich vor dem Redaktionsgebäude, einem Altbau nahe der Plaza Independencia stehe, denke ich sofort an die taz. Im Erdgeschoss gibt es ein Café und einen kleinen Buchladen. Im Treppenaufgang zur Redaktion liegen Zeitungsstapel. Insgesamt fühlt sich das hier alles an wie bei der taz in Berlin. Und das ist kein Zufall. La diaria ist ebenfalls eine Genossenschaft und hat gute Drähte zur taz. Die Idee mit der dem Café als Veranstaltungsort kam aus Berlin, die taz nannte La diaria mal die “Cousine aus Uruguay” und unterstützte die Zeitung mit einer Soli-Kampagne. Gerade erschien in der taz ein Text von Marcelo Pereira, Meinungsredakteur bei La diaria, der die Präsidentschaft von Pepe Mujica bilanziert. (Gestern war Wahltag, es ging um seinen Nachfolger.)

Die Druckauflage von La diaria liegt nach eigenen Angaben bei knapp 10.000 Exemplaren, die Zeitung erscheint von Montag bis Freitag. Ob die Zeitung damit die zweithöchste Auflage im uruguayischen Zeitungsmarkt hat, wie sie selber schreiben, kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt keine verlässlichen und unabhängigen Zahlen zu den Auflagen. Klar ist aber, dass es mindestens zwei Zeitungen gibt, die wesentlich größere Redaktionen unterhalten – wie das mit einer Auflage unter 10.000 klappen soll, weiß ich nicht.

Auffällig ist die Optik von La diaria: Es gibt in Print und Web nur schwarz-weiße Fotos, die mit viel Sorgfalt ausgewählt werden. Blau ist die Leitfarbe. (Am Rande: La silla vacia in Kolumbien, eine Website für unabhängigen und innovativen Politikjournalismus, sieht ganz ähnlich aus.) Die Website von La diaria ist im Wesentlichen eine Abbildung von Zeitungstexten, keine aktuelle Newssite. Nur bei sehr wichtigen Ereignissen wird kurz und nachrichtlich aktualisiert. Nach Angaben von Redakteur Gabriel Lagos zeigt sich, dass insbesondere die Meinungsstücke oder subjektive Formen stark im Web gefragt sind. Sie bekommen dort auch einen höheren Stellenwert als in der Zeitung. Auf der Website sind nur einige Texte sind frei verfügbar, für andere muss der Leser sich registrieren. Das Ziel ist, eine Paywall einzuführen.

In der Redaktion arbeiten rund 40 Personen, vier davon kümmern sich explizit um die Website und soziale Netzwerke. Vor allem Twitter ist dabei wichtig: 90.000 Follower hat La diaria dort, 40.000 Likes bei Facebook. Die Website hat rund 250.000 Besucher im Monat.

Seit dem vergangenen Jahr hat La diaria auch eine Fernsehlizenz (zusammen mit einer Kooperative, die audiovisuelle Produktionen macht). Der Start wird gerade vorbereitet – noch ist nicht ganz klar, wie die Redaktion der Zeitung an der Produktion beteiligt werden soll und wie die beiden Produkte zueinander positioniert werden.

Journalismus in der Krise, einmal anders

In dieser Woche habe ich einen Blick auf die ideologischen Verwerfungen zwischen Presse und Regierung in Argentinien werfen dürfen. Anlass war eine Tagung in Buenos Aires, die aus Anlass des 5-jährigen Bestehens des Mediengesetzes für audiovisuelle Kommunikation stattfand. Praktischerweise organisiert von der Regulierungsbehörde, die für dieses Gesetz zuständig ist – und damit quasi von der Regierung selbst. Ok, wer Geburtstag feiert, lädt sich halt Freunde ein. Es kamen Kommunikationswissenschaftler, Journalisten und andere Medienschaffende nicht nur aus Argentinien. Eine recht illustre Runde, die das Gesetz ziemlich klasse fand. Und die Regierung von Cristina Kirchner ohnehin.

Nun ist es so, dass das Gesetz durchaus viele gute Punkte hat: Die Rechte der Zuschauer und Zuhörer werden gestärkt, der Zugang zu Lizenzen für Radio und Fernsehen für nichtkommerzielle Anbieter wird deutlich verbessert. Außerdem gibt es Regeln für die Medienkonzentration. Und hier wird es heikel. Vor allem die Mediengruppe Clarín, Herausgeber der gleichnamigen Tageszeitung, steht seither unter Druck, Beteiligungen an Fernsehsendern aufzugeben. Der Konflikt mit der Regierung ist ein Dauerthema in Argentinien. Beide Seiten werfen sich regelmäßig vor zu lügen. Clarín missachte die Gesetze, sagt die Regierung. Die Regierung missachte die Pressefreiheit, sagt Clarín (ich verkürze hier mal, Langfassung in der spanischsprachigen Wikipedia). In diesen Tagen geht es jedenfalls ziemlich heftig hin und her.

Nun kam ich mir auf der genannten Tagung mit dem Titel “Medios y democracia” teilweise wie im Schützengraben vor, nämlich dem der Regierungsseite. In jedem zweiten Beitrag wurde auf Clarín geschimpft; der Diskurs insgesamt lässt sich grob so zusammenfassen: Private kommerzielle Medien sind schlecht für die Demokratie, ja, eigentlich ist an allem der Kapitalismus schuld, in dem das Publikum nur als Ware für die werbetreibende Industrie betrachtet werde.

Wie lässt sich denn Journalismus in dieser Perspektive verankern? Nun: Eher nicht. Interessant ist, dass der Begriff nur in einem von 15 Panels überhaupt im Titel auftauchte. Leitbegriffe sind eher Information, das Recht auf Kommunikation, Zugang zu Information, Qualität der Information, Informationsproduzenten. Tenor ist, dass es reiche, allen Gruppen aus allen sozialen Sektoren der Gesellschaft ausreichend Möglichkeiten zu geben, Informationen zu verbreiten und zu empfangen. Was genau denn eine Information ist, oder gar eine gute und wichtige, das bleibt weithin offen. Ich würde ja sagen: Der gute, alte Journalismus als eine professionelle, durch berufsethische Standards getragene Arbeitsweise, Themen zu finden, zu recherchieren und zu präsentieren, wäre ein ganz passender Ansatz. Aber dieser Journalismus, so erfahre ich auf dem einzigen Panel mit Journalismusbezug, ist kaputt, weil er in den Händen der “hegemonialen Medien” liege. Die Werbung habe den Journalismus korrumpiert. Ein Kollege aus Spanien sagte, dass Journalismus eigentlich nur noch Leute wie Julian Assange und Edward Snowden machen würden. Alles andere lasse sich nur als “servicio de información” betrachten, also irgendwie eine Informationsdienstleistung. Der Kollege brachte übrigens auch die ziemlich vertikale These mit, dass die Journalisten der New York Times sich nicht trauen würden, kritisch über Firmen aus dem breiten Portfolio des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim zu berichten, seit dieser eine siebenprozentige Beteiligung an dem Verlag halte.

Konzepte wie Pressefreiheit im westlichen Verständnis passen in diese Sicht nicht rein – zumindest dann nicht, wenn es um Journalismus von Unternehmen mit Gewinnstreben geht. Aber wie soll Journalismus dann finanziert und organisiert werden, so dass er auch tatsächlich seine Funktion erfüllen kann? Bei der Frage treffen sich dann wieder die Welten – mit dem Unterschied, dass es bei uns eher darum geht, dass die privatwirtschaftlichen Medien vermeintlich oder tatsächlich wirtschaftlich am Stock gehen, während ihnen hier in Argentinien noch rosigste Geschäfte und Expansionsdrang nachgesagt werden. Vielleicht lässt sich die Suche nach neuen Finanzierungs- und Organisationsmodellen für Journalismus ja zusammen betreiben.

Ins Gesamtbild passte, dass die Tagung an einem Nachmittag zur Propagandabühne wurde. In einer Live-Videoschalte sprach Cristina Kirchner – von Patagonien aus – mit Wladimir Putin in Moskau. Anlass war, dass der spanischsprachige Ableger des russischen Staatsfernsehens RT nun frei in Argentinien zu empfangen ist. Als einziger ausländischer Sender, übrigens. Und das argentinische Staatsfernsehen in Russland. Fanden auf der Tagung alle gut, so als Beitrag zur Meinungsvielfalt. Oder, wie Kirchner sagte, Information ohne Mittelsleute – was dann wohl die Journalisten wären. Die herbeibestellten Jubel-Kirchneristas sorgten für schöne, bunte Fernsehbilder. Aber Clarín hatte was zu meckern. In einem Meinungsstück heißt es, Cristina Kirchner würde wohl am liebsten eine Welt ohne Journalisten haben. Klar ist, dass der von ihr betriebene Diskurs Journalismus systematisch diskreditiert.

Zurück zur Tagung. Eine weitere Merkwürdigkeit war, dass das Thema Internet kaum eine Rolle spielte, obwohl im Untertitel was mit technologischer Konvergenz stand. Nun kann ja theoretisch (die Zugangsfrage klammere ich hier mal aus) das Internet das Problem, das das Mediengesetz lösen soll, überflüssig machen – also keine Beschränkungen der Kommunikation mehr durch knappe Frequenzen, jeder kann sich äußern, Dialog zwischen Medienmachern und Bürgern und so weiter. Aber die wenigen Beiträge mit Internetbezug endeten entsprechend des Leitdiskurses in einem Lamento über die Marktmacht von Facebook und Google, anstatt über das deliberative Potenzial des Mediums zu sprechen.

In gut einem Jahr wird in Argentinien gewählt. Vermutlich ist das auch ein Grund, warum der Konflikt um die Medien und den Journalismus heftiger wird.